Demokratie hautnah: Podiumsdiskussion und Juniorwahl zur Landtagswahl 2026

Wie läuft eine Wahl eigentlich ab und welche Themen sind jungen Wähler*innen besonders wichtig? Genau diese Fragen wurden in den Wochen vor der Landtagswahl geklärt. Am Donnerstag, den 05.03.2026, fand die Juniorwahl zur Landtagswahl Baden-Württemberg 2026 statt. Ziel dieses Projekts, das regelmäßig bundesweit im Rahmen von Landtags-, Bundestags- und Europawahlen realisiert wird, ist es, Jugendlichen den Ablauf demokratischer Wahlen realitätsnah näherzubringen. Die Aufgabe der Wahlhelfer*innen übernahmen Schüler*innen der Klasse 10a selbst. Und so konnten die Klassen 9a-JS1 am 05.03. ihre Stimme abgeben. Auf Wahlscheinen, die bei der richtigen Landtagswahl genauso aussahen. Und mit der bitteren Erfahrung, dass man ohne Ausweisdokument nicht wählen darf. 

In Vorbereitung auf die Wahlsimulation wurde im Unterricht das reformierte Wahlsystem besprochen, die Parteiprogramme im Hinblick auf Themen, die für Jugendliche von Interesse sind, verglichen und eine Podiumsdiskussion mit den Wahlkreiskandidat*innen besucht – organisiert vom Jugendgemeinderat Lahr. 

Der Leistungskurs Gemeinschaftskunde hingegen – ein Kooperationskurs mit dem Scheffel-Gymnasium – organisierte sogar selbst eine Podiumsdiskussion mit Vertreter*innen der Jugendorganisationen von CDU, SPD, Grünen, FDP und Linken (der Vertreter der AfD hatte kurzfristig abgesagt). Um gut auf die Diskussion vorbereitet zu sein, wurden Steckbriefe der Wahlkreiskandidat*innen erstellt, Hintergrundinformationen recherchiert, Parteiprogramme gelesen und an der Formulierung passender Fragen gefeilt. Diskutiert wurde schließlich über Themen wie Bildung, Wirtschaft, soziale Gerechtigkeit und Migration. Die Vertreter*innen stellten nicht nur ihre Positionen vor, sondern kamen auch miteinander ins Gespräch. Durch zahlreiche Nachfragen am Ende zeigte sich, dass ein großes Interesse an der Diskussion bestand. 

Was bedeutet die Wahl für mich?  

Für viele von uns hatte diese Landtagswahl eine besondere Bedeutung, denn durch die Absenkung des Wahlalters wurden wir zu Erstwählenden – so auch ich. Dass ich als Erstwählerin meine Stimme abgeben durfte, war für mich sehr bedeutend, denn ich hatte zum ersten Mal die Chance, mit meiner Stimme für Werte einzustehen, die mir wichtig sind, und die Zukunft aktiv mitzugestalten. Politik betrifft uns direkt: unsere Bildung, unsere Chancen im Beruf und die Gesellschaft, in der wir leben werden. Für mich sind insbesondere die Themen Klimaschutz, soziale Gerechtigkeit und faire Bildungschancen Herzensanliegen, die auch meine Wahlentscheidung maßgeblich geprägt haben. Durch meine Tätigkeit als Wahlhelferin wurde diese Wahl für mich noch einmal besonders, da ich zusätzlich einen anderen Blick auf den Ablauf einer Wahl gewinnen konnte. Die Kombination aus Podiumsdiskussion und Juniorwahl zeigte, wie wichtig politische Bildung und Beteiligung sind. Durch die eigene Teilnahme an einer Wahl konnten viele Schüler*innen Politik aus einer neuen Perspektive erleben. Eins wurde bei unseren Projekten zur Wahl klar, unsere Demokratie funktioniert nur, wenn Menschen sich einbringen, diskutieren und ihre Stimme nutzen.  

Lisa-Sophie Vogelmann, JS1